Biberach: eine Heizzentrale, doppelt so gross wie nötig
hätte eine bewährte BHKW-Konzeption laut Rechnungshof Baden-Württemberg einsparen können. Über eine Anlagenlebensdauer von 20 Jahren sind das rund EUR 1,8 Mio. (unsere Schätzung).
Die Hochschule für Polizei Baden-Württemberg erhielt an ihrem Standort Biberach 2015 für EUR 2,4 Mio. eine innovative Energiezentrale: BHKW, Wärmepumpe, Durchlauferhitzer, Solarthermie und Wärmespeicher, ausgelegt darauf, dem Stromnetz Flexibilität anzubieten. Der externe Gutachter hatte von dem Konzept abgeraten, da es wirtschaftlich nicht empfehlenswert sei.
Der Rechnungshof Baden-Württemberg stellte später fest, dass die Vergütung des Stromhändlers auf überhöhten Wärmeverbräuchen beruhte: Tatsächlich fielen die Wärmeverbräuche jedes Jahr um mehr als 500 MWh geringer aus. Die BHKW erreichten nur 2'200 Vollbetriebsstunden im Jahr, eine Auslastung von weniger als 25 %. Der Durchlauferhitzer und die Solarthermie entfalteten überhaupt keine Wirkung, und die Heizzentrale war um 100 % überdimensioniert.